Co-Creation schafft Innovation

Die Weltwirtschaft ist schnelllebig, multidimensional und vernetzt. Das Innovationsmanagement vieler Unternehmen ist oft männlich, deutsch, mittleren Alters – und kann damit die Komplexität und Agilität der Märkte nicht abbilden.

Dies gelingt, wenn viele unterschiedliche Kompetenzen, Funktionen, Hierarchiestufen und Blickwinkel in einem innovativen Netzwerk integrativ zusammenarbeiten. In Co-Creation-Projekten ist dies der Fall. Hierbei arbeiten Unternehmen verschiedener Märkte, Größen und digitaler Reifegrade gemeinsam an den Lösungen für eine erfolgreiche Zukunft und heben dabei das Potenzial der Diversität.

Innovate or die -so lautet die Herausforderung an alle Unternehmen. Doch viele Innovationsprozesse scheitern oder führen nur zu mittelmäßigen Ergebnissen. Ein erfolgreicher Ansatz ist Co-Creation, wie wir sie bei der Haufe Group erleben. Dabei arbeiten unterschiedliche Unternehmen verschiedener Branchen gemeinsam an Lösungen.

Viel Geld für Innovationen, aber oft zu wenig Outcome

Der steigende Innovationsdruck ist nicht zuletzt dank der Digitalisierung in den Bilanzen deutscher Unternehmen angekommen: Die Innovationsausgaben steigen bis 2019 um jeweils 2,7 Prozent auf voraussichtlich 175 Milliarden Euro. Dennoch fühlt sich nur ein Drittel der Unternehmen auf die zunehmend disruptiven Geschäftsmodelle und Märkte gut vorbereitet. Dies belegt die Studie „Renaissance der Innovation – Deloitte Innovation Survey 2017″. Den Hauptgrund für die mangelnde Zuversicht trotz guter finanzieller Ausgangssituation sehen die Firmen in fehlendem technischen Know-how. Der Index deckt jedoch eine weitere Ursache für verschenktes Potenzial auf: Unternehmen gehen nicht kreativ genug an das Thema Innovation heran und nutzen zu wenig Möglichkeiten, bahnbrechend Neues zu entwickeln.

Strukturen von gestern schaffen keine Lösungen für morgen

Die Weltwirtschaft ist schnelllebig, multidimensional und vernetzt. Das Innovationsmanagement vieler deutscher Unternehmen ist männlich, deutsch, mittleren Alters – und findet im schlechtesten Fall noch in funktionalen, top-down gesteuerten Silos statt. Im besten Fall gründet man ausgelagerte Innovations-Inkubatoren oder kauft Start-Ups zu. In beiden Fällen fällt die Integration in die bestehende Normalorganisation in der Regel schwer. Oft gelingt sie nicht. Damit ist klar: Die Erhöhung des Innovationsbudgets reicht im vernetzen Zeitalter nicht aus, um im Weltmarkt mitzuhalten.

Stattdessen müssen im ganzen Unternehmen Entscheidungsprozesse beschleunigt und die Komplexität, Agilität und Heterogenität des Marktes auch innerhalb der Organisation abgebildet werden. Erfahrungsgemäß gelingt dies, indem viele unterschiedliche Kompetenzen, Funktionen, Hierarchiestufen und Blickwinkel integrativ zusammenarbeiten und die damit verbundene innere Haltung der Kooperation als „New Normal“ etabliert wird. Laut der Studie „The Mix That Matters“ der Boston Consulting Group sind insbesondere ein Frauenanteil von mehr als 20 Prozent sowie unterschiedliche Fachrichtungen und Nationalitäten wesentliche Erfolgskriterien. Denn mehr Perspektiven auf eine Fragestellung sorgen für bessere Antworten.

Co-Creation: New Work im Innovationsmanagement

Noch besser ist es, wenn nicht ein Unternehmen allein für sich an den Herausforderungen arbeitet, sondern mehrere Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Das ist eine zeitgemäße Form, viele verschiedene Perspektiven, Qualifikationen und kulturelle Hintergründe in einem innovativen Netzwerk zu vereinen. Wir bei Haufe nennen das Co-Creation. Das neue an diesem Ansatz ist: Nicht mehr nur ein Unternehmen, nicht mehr nur ein Unternehmen und ein Dienstleister arbeiten gemeinsam an Antworten auf drängende Fragen. Sondern Unternehmen verschiedener Märkte, Größen und digitaler Reifegrade gemeinsam. Haufe hat solch einen Prozess vor einigen Monaten mit internationalen Partnern aus den Bereichen Automotive, Retail und Telekommunikation gestartet. Social Collaboration Tools wie Slack, Whatsapp oder Trello ermöglichen die Partizipation vieler verschiedener Projektmitglieder und sorgen für einen intensiven Austausch auf Augenhöhe über Unternehmensgrenzen, Länder und Zeitzonen hinweg. Auf vierteljährlichen Co-Creation Summits treffen sich die beteiligten Innovatoren, Projektmanager und Entscheider, um drei Tage lang in agilen Arbeits-Formaten die gemeinsame strategische Ausrichtung der nächsten Monate zu planen. Und vor allem, um die Anwendungen zu diskutieren, die in den Sprints zwischen den Summits entwickelt wurden. Ganz nach dem Build-Measure-Learn-Konzept. Der Austausch über unterschiedliche Sichtweisen, Fragestellungen und Zielvorstellungen über Unternehmens- und Branchengrenzen hinweg treibt die Produktentwicklung in einer Weise, wie sie traditionell nicht möglich wäre.

Das radikal Neue an diesem Co-Creation-Ansatz ist: Unternehmen A will ein konkretes Problem lösen und erarbeitet die Lösung gemeinsam mit Unternehmen B, C, D. Die wiederum wollen auch spezifische Herausforderungen meistern und setzen dabei auf die Erfahrungen und den Input der anderen Unternehmen. Das Ganze facilitiert und moderiert von Experten von Haufe. Offenheit und Vertrauen sind die Basis für dieses Vorgehen. Denn von den Anwendungen, die so entwickelt werden, profitieren am Ende alle.

Co-Creation: Frei und kreativ, aber strukturiert

Co-Creation, wie wir sie hier erleben, ist ein freier, aber dennoch strukturierter und moderierter Prozess. Auch innerhalb von Organisationen gilt: Sie profitieren nur dann von der Kraft der Vielfalt, wenn gewisse Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören etwa eine offene Kommunikation auf Augenhöhe, ein großer Gestaltungsspielraum für Mitarbeiter und ein Organisationsdesign, das agile Netzwerke neben klassischen Strukturen balancieren kann. Innovatoren brauchen kreative Freiräume statt starrer Hierarchien und schnelle Entscheidungen statt langwieriger Abstimmungsprozesse. Sind diese Voraussetzungen jedoch gegeben, garantieren auch interne Co-Creation-Projekte disruptive Lösungen – und stehen für den Einzug von New Work ins Innovationsmanagement.

1 Comment

  • Eva-Catrin Reinhardt
    Posted October 8, 2019 11:38 am 0Likes

    Ich denke kleinteiligiere und hierarchiearme Systeme, in denen Selbtsbestimmung und Gestaltungsfähigkeit der Mitarbeiter*innen gefördert und ermöglicht werden sind der Weg in eine gute , freie und nachhaltige Zukunft. Die Wirtschaft wird sich wandeln müssen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Das Ziel sollte auch zuallererst sein, unsere schöne Welt zu erhalten und die gravierenden Probleme zu lösen, die sich schon seit 30 Jahren und mehr abzeichnen. Wir brauchen wohl viel Mut und Ehrlichkeit und die verbindliche Vereinbarung auf ethische Werte, um das zu schaffen.

Leave a comment