Unterschätzt: Coaching als Hebel in der digitalen Transformation

Die digitale Transformation erfordert von den Unternehmen deutlich mehr Agilität, als wir derzeit idR vorfinden. Agilität gilt als die Fähigkeit von Unternehmen, auf komplexe, unsichere, zweideutige Umwelten flexibel – und vor allem schnell – reagieren zu können und so fortlaufend zukunftsfähiger zu werden.

Es liegt auf der Hand: Ein wesentlicher Erfolgsfaktor hierbei ist, sich kontinuierlich an neue Umgebungen, Wertewelten und äußere Gegebenheiten anzupassen. Das bedeutet ständiges Lernen.

Hinter dem beliebten Buzzword Agilität im Unternehmen steht idR auch ein Set vielfältiger Prinzipien und Methoden auf individueller, Team- und Organisationsebene sowie ein entsprechendes Mindset. Agilität im Unternehmen erfordert zusätzlich ein flexibles netzwerkähnliches Organisations-Design sowie einen entsprechenden kulturellen Background: Vertrauens-, Wertschätzungs-, Fehler- und Feedbackkultur sowie sinnhafte Werte.

Wertewandel, Netzwerke und Verhaltensänderung klingen gut – sind aber in vielen Unternehmen (noch) nicht gelebte Realität – und somit für manche Führungskraft und Mitarbeiter eine echte Herausforderung. Sozialisiert in der alten Pyramiden-Organisation mit top-down Trennung von Denken und Handeln braucht es hier oft eine direkte Begleitung und Starthilfe beim Lernen von neuem Verhalten und neuem Denken. Das HR Instrument Coaching leistet seit langem gute etablierte Dienste – allerdings vor allem in der Führungskräfteentwicklung. Ich sehe allerdings deutlich mehr Spielraum und Einsatzmöglichkeiten für Business Coaching in strategischen Prozessen der Unternehmenstransformation.

Agiles Business Coaching

Coaching war in der Praxis bisher stark auf Führungskräfte des obersten und mittleren Managements fokussiert. Wenn in agilen Organisationen nun aber beispielsweise Teams Steuerungsfunktionen übernehmen, bedeutet das in der Konsequenz, dass agiles Coaching sich voraussetzungslos an alle zu richten hat, und zwar aus verschiedenen Rollen heraus. Die Unterscheidung zwischen Führenden und Geführten relativiert sich hinsichtlich der Frage, wer zur Zielgruppe von Coaching gehört. Coaching-Funktionen und Kompetenzen sind, wie Führung, im agilen Umfeld auf mehrere Schultern verteilt: Linien-Führungskräfte, Scrum Master, Product Owner, Squad Lead und im Peer-Coaching der Teams auf Kollegen. Agile Coaches finden in ihnen “auf Augenhöhe” gleichwertige Partner mit jeweils unterschiedlichen Perspektiven.

Der Fokus auf einzelne (Top-) Leistungsträger im Einzel-Coaching ist zu eng geworden – Team- und Organisations-Coaching wird wichtiger. Es geht darin um Rollenklärung und -definition, Verbesserung der Zusammenarbeit mit agilen Methoden, Stärken des Vertrauens in die eigene Kraft und in das Potenzial des Teams und Beseitigung von Hindernissen. Klassisches Führungskräfte-Coaching gewinnt eine andere Richtung: Statt wie bisher auf Optimierung des Führungshandelns zu setzen, steht nun das Erarbeiten eines anderen Führungsverständnisses im Vordergrund, in dessen Zentrum Selbstführung und das Zulassen ermöglichender Strukturen stehen.

Agiles Coaching kann den Einstieg in agiles Arbeiten unterstützen, indem es z.B. Personen, die neue agile Rollen auszufüllen haben, oder Führungskräfte, die ein neues Selbstverständnis in Denken und Verhalten entwickeln müssen, bei diesen Herausforderungen begleitet.

Gerne engagiere ich mich deshalb im Wissenschaftsbeirat des Berliner Start-Ups CoachHub.

CoachHub hat nicht nur die Bedeutung von Coaching in der digitalen Business Transformation verstanden, das Team bietet auch eine Lösung zur einfachen und professionellen Skalierung von Coaching auf allen Ebenen. Dies ist nicht als Werbung zu verstehen. Genau das brauchen Unternehmen, die die agile Transformation meistern wollen.

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Christina Bösenberg steht für Zukunftsfähigkeit, Innovation und Business / HR Transformation – und entwickelt zukunftsfähige Unternehmen nach innovativen Ansätzen gemeinsam mit HR und Management. Über deutsche Grenzen hinaus gilt sie als Vordenkerin für agile Transformation und die Arbeitswelt der Zukunft. Sie teilt die Begeisterung der Digital Leader und ist gleichzeitig erfahrene Realistin, die Manager mit fundierten Konzepten überzeugt. Christina Bösenberg versteht es, Erfolgsmuster der digitalen Welt und Erkenntnisse der modernen Gehirnforschung in die Realität und tägliche Unternehmenspraxis zu übertragen. Das kann nur, wer beide Welten kennt.

Die Wirtschaftspsychologin, Gründerin, Autorin, Keynote Speakerin schöpft aus über 20 Jahren Unternehmenspraxis (int. Management, davon 10 J. bei Siemens). Sie kennt die New Work Herausforderungen in Praxis und Theorie. So vermittelt sie innovativ, mit tiefem theoretischen und vor allem praktischen Verständnis, wo, wie und in welcher Form zukunftsfähige Unternehmens-Transformation in der digitalen Welt wirklich gelingt. Als technikaffine Change-Expertin mit langjähriger Erfahrung in Technologie-Unternehmen ist sie heute das weibliche Gesicht der digitalen Transformation und Impulsgeberin in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft.

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